Seit Kurzem ist auf dem Friedhof in Eggenstein die eindrucksvolle Wanderausstellung „Nie wieder Krieg“ zu sehen. Noch bis Ende Mai haben Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, sich vor Ort mit den künstlerischen Arbeiten auseinanderzusetzen. Anschließend wird die Ausstellung für weitere vier Wochen auf dem Friedhof in Leopoldshafen präsentiert.
Wanderausstellung
Die Künstlerin Bali Tollak und ihre „Soldatenbretter“
Die bayerische Künstlerin Bali Tollak stellt dem Bezirksverband Nordbaden des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. sieben ihrer sogenannten „Soldatenbretter“ zur Verfügung. Die rund zwei Meter hohen, bemalten Holzbretter verbinden eindrucksvoll Malerei und Text. In ihrer Arbeit setzt sich die Künstlerin intensiv mit den Erfahrungen von Künstlern aus verschiedenen Ländern auseinander, die den Ersten Weltkrieg erlebt haben.
Der Entstehung der Werke ging eine intensive Auseinandersetzung mit historischen Orten voraus: Durch Besuche von Kriegsgräberstätten und das Studium von Zeitzeugnissen entstanden berührende Stimmungsbilder, die in den Arbeiten aufgegriffen werden. Künstler wie Paul Klee, Pablo Picasso, Otto Dix, Emil Nolde und Käthe Kollwitz dienten dabei als Inspiration. Die „Soldatenbretter“ machen das persönliche Erleben und die emotionale Verarbeitung des Krieges auf eindringliche Weise sichtbar.
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. wurde 1919 nach dem Ersten Weltkrieg gegründet und engagiert sich bis heute im staatlichen Auftrag für die Suche, Identifizierung und Pflege der Gräber deutscher Kriegstoter. Gemeinsam mit internationalen Partnern betreut der Volksbund heute über 832 Kriegsgräberstätten in 46 Ländern. Darüber hinaus leistet er wichtige Bildungsarbeit, fördert internationale Begegnungen junger Menschen und setzt sich aktiv für Versöhnung und Völkerverständigung ein.
Eröffnet wurde die Ausstellung von Bürgermeister Lukas Lang gemeinsam mit Volker Schütze (Geschäftsführer Bezirksverband Nordbaden des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.), sowie dem ehrenamtlichen Mitarbeiter Reiner Hemmel.
Leitgedanke „Nie wieder Krieg“ und Einladung an die Bürgerinnen und Bürger
Die Ausstellung steht unter dem eindringlichen Leitgedanken „Nie wieder Krieg“. Gerade in einer Zeit, in der Konflikte weltweit wieder präsenter erscheinen, setzt sie ein wichtiges Zeichen für Frieden, Erinnerung und Verantwortung. Ziel ist es, die Schrecken des Krieges nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und das Bewusstsein für die Bedeutung von Frieden und Verständigung zu stärken. Gemeinsam mit dem Volksbund unterstützt die Gemeinde diese Initiative ausdrücklich und möchte zu mehr Sichtbarkeit dieses wichtigen Anliegens beitragen.
Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, die Ausstellung zu besuchen, sich mit den dargestellten Schicksalen auseinanderzusetzen und den Gedanken „Nie wieder Krieg“ aktiv mitzutragen. Die Werke laden dazu ein, innezuhalten, nachzudenken und sich für eine friedliche Zukunft einzusetzen.
Ein besonderer Dank gilt dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., insbesondere Herrn Schütze und Herrn Hemmel, für ihr großes Engagement bei der Umsetzung dieser Ausstellung. Ebenso danken wir der Künstlerin Bali Tollak für ihre eindrucksvollen Arbeiten, die dieses wichtige Thema auf bewegende Weise vermitteln.
Text: Nicole Read, Eggenstein-Leopoldshafen