Meldungen aus dem Landesverband Baden-Württemberg
Meldungen aus dem Landesverband Baden-Württemberg

Volkstrauertag 2025 in Niederbronn-les-Bains

Gemeinsames Gedenken und Mahnung zum Frieden


Niederbronn-les-Bains – Unter dem Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft und Versöhnung fand am 16. November 2025 die Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag auf der deutschen Kriegsgräberstätte in Niederbronn-les-Bains statt. 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Befreiung des Nordelsass gedachten Deutsche und Franzosen aller Altersgruppen gemeinsam der Opfer von Krieg und Gewalt.
 

Ein Ort der Erinnerung und Hoffnung Die Kriegsgräberstätte im Herzen des Elsass ist ein Symbol für die Tragödie des Krieges, aber auch für den gemeinsamen Willen, eine Wiederholung der Geschichte zu verhindern. „Jeder Stein, jedes Grab erinnert uns an den exorbitanten Preis des Krieges und die Sinnlosigkeit des Hasses“, betonte Joëlle Winter, Direktorin des Centre International Albert Schweitzer, in ihrer Begrüßungsrede. Die Veranstaltung stand im regionalen und grenzüberschreitenden Kontext und unterstrich die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft.
 

Kerzen der Hoffnung

Jugendliche setzen ein leuchtendes Zeichen für den Frieden Ein besonderer Höhepunkt der Feier war der gemeinsame Auftritt von Jugendlichen aus Bad Schönborn und dem Chor Ephémère aus  Niederbronn-les-Bains. Sie sangen eindrucksvolle Lieder zum Thema Frieden und Nächstenliebe. Ihre Gedanken über die Folgen von Krieg und die Bedeutung von Frieden hatten sie auf zwei Transparente geschrieben und die Anwesenden eingeladen, diese mit Kerzen zu zieren. Die Botschaft, die sie senden wollten, leuchtete somit noch in der Nacht – ein Symbol für die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft. Initiiert hatte diese Aktion die Pfarrerin aus Bad Schönborn Luise Helm, die mit Konfis zur Gedenkveranstaltung fuhr. Am Vormittag erkundeten die Jugendlichen die deutsche Kriegsgräberstätte interaktiv mit J. Winter. 

Frieden als Erbe der jungen Generation

Verantwortung der jungen Generation Ein zentrales Anliegen der Feier war die Weitergabe der Erinnerung an die junge Generation. „Frieden ist kein Selbstverständnis, sondern ein fragiles Erbe, das aktiv gepflegt werden muss“, so Winter. Sie rief die Jugendlichen auf, sich kritisch mit Geschichte auseinanderzusetzen und sich für Frieden einzusetzen. Ergänzt wurden ihre Ausführungen durch die Gedanken von Luise Bensch, die seit September diesen Jahres als Freiwillige des Centre Albert Schweitzer die Kriegsgräberstätte kennenlernen konnte. Sie zitierte aus den Besuchsbüchern, die sie mit der Aussage „Nie wieder Krieg“ zusammenfasst und forderte das Publikum auf, nie die Hoffnung zu verlieren, dass Frieden immer möglich sei. Die deutsch-französische Freundschaft sei das beste Beispiel dafür. 

Von ‚Schau auf die Welt‘ bis zur Europahymne – Erinnerung ohne Grenzen

Grenzüberschreitende Erinnerungskultur Die Feier wurde durch die Beiträge des Chors Ephémère und der Jugendlichen aus Bad Schönborn bereichert. Victor Vogt, regionaler Beigeordneter, Bürgermeister von Gundershoffen und Vizepräsident des Eurodistrikts PAMINA, hielt die Hauptrede. Die Veranstaltung  begann mit dem Lied „Schau auf die Welt“, das die Botschaft des Friedens und der Hoffnung in den Mittelpunkt stellte. Sie endete mit der europäischen Hymne.