Meldungen aus dem Landesverband Baden-Württemberg

Kreisfeuerwehr Biberach in Berneuil

Erfolgreicher Pflegeeinsatz

Inzwischen ist die "Kriegsgräbertruppe" der Feuerwehrsenioren aus dem Kreis Biberach auslandserfahren: Zum dritten Mal war sie im Einsatz auf einer Kriegsgräberstätte in Frankreich.

Neun Kameraden der Kreisfeuerwehrgruppe Biberach/Riß kehrten von einem erfolgreichen Pflegeeinsatz auf den Kriegsgräberstätten Berneuil und Bordeaux zurück. Untergebracht waren die Ehrenamtlichen in der Base Aérienne in Saintes. Dort erlebten die Männer neben den Pflegearbeiten ein interessantes Wochenendprogramm in der Umgebung zwischen Berneuil und La Rochelle. Mit zwei Fahrzeugen, die vom DRK Biberach und der Feuerwehr Laupheim großzügig zur Verfügung gestellt wurden, konnte die lange Anreise durchgeführt werden.

In der dortigen flachen, von Weinbergen gesäumten Landschaft befindet sich auf einer kleinen Anhöhe der Friedhof, der 1954 angelegt wurde und auf dem in acht Grabfeldern 8342 deutsche Soldaten und Zivilisten liegen. Die Mehrzahl der Soldaten ist in den letzten Kriegswochen gefallen, eine nicht unerhebliche Anzahl der Toten starb nach Kriegsende in Gefangenenlagern. Die meisten unter ihnen konnten namentlich erfasst werden, ihre Namen sind auf Pultsteinen eingemeißelt und über Listen auffindbar.

Die Arbeiten wurden in verschiedenen Gruppen durchgeführt, eine dringliche Arbeit war die Reinigung der Gehwegplatten und Mauern, die mit dem Hochdruckreiniger durchgeführt wurde. Da verschiedene Bereiche der Gehwege uneben waren und damit Stolperfallen bildeten, mussten die Waschbetonplatten ausgebaut, eine neue Planie angelegt und neu verlegt werden. Eine Arbeit, die sich über mehrere Tage hinzog. Das Geländer am Hauptaufgang war in die Jahre gekommen, es war nicht mehr stabil genug und wies Schäden auf, mit Schweißarbeiten konnte es repariert werden.

Die offene Eingangshalle begrüßt den Besucher in weißer Farbe, deren Glanz jedoch verblasst war und zumindest im Deckenbereich einen neuen Anstrich erhielt. Bei den weißen Marmorverkleidungen genügte der Hochdruckreiniger. Genauso wurde ein Teil der Pultsteine behandelt, bevor ein Trupp die Namen der Gefallenen mit wasserfestem weißem Filzstift nachzeichnete. So erhielten die Gefallenen, unter denen wir zahlreiche Jugendliche entdeckten, wieder einen lesbaren Namen. Ein Junge war erst 15 Jahre alt, er geriet in den Kämpfen um La Rochelle in Gefangenschaft und starb im Oktober 1945.

Auch auf einem Friedhof in Bordeaux arbeitete die gesamte Gruppe einen Tag lang, um auf Grabkreuzen die Namen von 192 deutschen Soldaten nachzuzeichnen, die im 1. Weltkrieg gefallen sind. Die zweite Woche war ausgefüllt mit Anlegen von Pflanzbeeten, Wegearbeiten und weiterem Beschriften der Pultsteine, eigentliche eine leichte, aber zeitaufwändige Arbeit.

Einen würdigen Abschluss des Einsatzes bildete die Gedenkfeier. Sie fand im Beisein von Simone Steimle, der deutschen Konsulin in Bordeaux, mit französischen Kriegsveteranen aus dem Algerien- und Indochinakrieg und ihren Fahnen, einem Vertreter der Feuerwehr aus Saintes, dem Bürgermeister von Berneuil und einem Vertreter des Volksbundes statt. Die Feuerwehrmannschaft war in Uniform angetreten. Die Ansprachen von Frau Simone Steimle, Herrn Marc Pasquier vom Volksbund und Alfons Christ vom KFV hoben die Bedeutung dieser freiwilligen Arbeitseinsätze hervor und bescheinigten den Feuerwehrangehörigen ein hohes Lob. Herr Marc Pasquier ließ in seiner Rede anerkennende Grüße von Volksbund-Präsident Wolfgang Schneiderhan ausrichten. Als Beitrag zur Völkerverständigung und als Baustein für den Frieden in Europa sei dieser Einsatz gerade in den heutigen Tagen von enormer Bedeutung. Der Krieg in der Ukraine verdeutliche die Brüchigkeit des Friedens, so der Tenor der Redebeiträge. Mit Kranzniederlegungen, dem Lied vom „Guten Kameraden“, der französischen und der deutschen Nationalhymne wurde der Gedenkfeier ein würdiger Rahmen gegeben.

Neben der Arbeit kam auch der kulturelle Teil nicht zu kurz. Das Wochenende nutzten die Feuerwehrsenioren für einen Ausflug nach La Rochelle und damit an den Atlantik, sie besuchten das Schloss Roche Courbon mit dem großzügig angelegten Park und die weltbekannte Stadt Cognac. Auch mit der Feuerwehr in Saintes konnte ein Besuch vereinbart werden. 

Dieser dritte Arbeitseinsatz der Feuerwehrsenioren verlief zur vollen Zufriedenheit nicht nur aller Beteiligten, sondern auch die Verantwortlichen vor Ort zollten den Feuerwehrkameraden aus dem Kreis Biberach ein hohes Lob für ihre große Motivation und ihre gute Arbeit.

                                                                                                                  Text: Alfons Christ/Sebastian Steinebach

 

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