Meldungen aus dem Landesverband Baden-Württemberg

Bildungspartnerschaft mit Berufsbildungswerk Aich Ravensburg

Nach über 8 Jahren Zusammenarbeit Vereinbarung unterzeichnet

Eine Bildungspartnerschaft zwischen dem Landesverband und einer (Bildungs-) Einrichtung setzt intensive Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren voraus. Das war in diesem Fall überaus gegeben. Vor Weihnachten durften wir digital und vor Ort eine Partnerschaft mit der Stiftung Liebenau/BBW A. Aich unterzeichnen. Für Sie stellen wir hier die Pressemitteilung des neuen engen Partners ein:

Seit 7 Jahren engagieren sich Auszubildende des Berufsbildungswerks Adolf Aich (BBW) für den Erhalt und die Instandsetzung von Weltkriegsgräbern in Frankreich und Deutschland. Das gemeinsame Projekt „Arbeit für den Frieden“ wurde nun im Rahmen einer Bildungspartnerschaft mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. vertraglich besiegelt. Anlass genug, in Ravensburg mit allen Beteiligten einen Blick auf die Erfolge der Vergangenheit und die Wünsche für die Zukunft zu werfen.

Im letzten Sommer staunten die Besucher des Ravensburger Hauptfriedhofes nicht schlecht: Eine Gruppe Jugendlicher befreite verwitterte Grabsteine von Efeu, Moos und gab den Blick auf die Inschriften der Kriegsdenkmäler wieder frei. Nicht nur Soldaten der beiden Weltkriege haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden, auch Zwangsarbeiter und deren Kinder sind hier bestattet worden. Für Oliver Wasem, Landesgeschäftsführer des Volksbundes in Baden-Württemberg ist das kein Widerspruch. „Kriegsgräber sind Lernorte der Geschichte, an denen wir sowohl der Opfer als auch der Täter Gedenken. Sie müssen aber auch wahrgenommen werden, deshalb freuen wir uns so sehr über die Bildungspartnerschaft mit dem BBW, die für uns ein absolutes Leuchtturmprojekt darstellt.“

Die „Erinnerungsarbeit“ in Ravensburg war in diesem Jahr übrigens ein pandemiegeschuldeter Plan B, nachdem 2020 keine Aktion stattfinden konnte. Normalerweise zieht es die Projektgruppen aus den verschiedenen Ausbildungsbereichen ins Elsass. Gefördert werden die mehrtätigen Aufenthalte, die stets in direkter Nähe zu französischen Weltkriegsfriedhöfen stattfinden, von der „Stiftung Gedenken und Frieden“. „Das Projekt ist für uns ein wesentlicher Beitrag zur politischen Bildung unserer Auszubildenden, die wir ermutigen möchten, aus der Vergangenheit zu lernen. Die Bildungspartnerschaft mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sehen wir als Ansporn, immer wieder junge Menschen zu motivieren, sich dieser guten Idee anzunehmen“, sagte Christian Braun, Geschäftsführer der Liebenau Berufsbildungswerk gGmbH.

Welchen Stellenwert „Arbeit für den Frieden“ inzwischen hat, verdeutlichte Monika Kordula, die das Projekt seit den Anfängen begleitet. „Unsere Azubis geben uns nicht nur positive Rückmeldungen, wir nehmen auch in der täglichen Arbeit wahr, dass sie an solchen Projekten wachsen, selbstbewusster werden und sich noch mehr mit dem BBW identifizieren“, sagte die Abteilungsleiterin Arbeit und Bildung. Live dabei sein durften auch die 52 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus diesem Jahr. Sie waren aus ihren Ausbildungsbereichen KFZ, IT, Hauswirtschaft, Verkauf, Büromanagement und der Berufsvorbereitung per Video zugeschaltet und bekamen - zumindest symbolisch – Ihre Teilnahmezertifikate von Sebastian Steinebach überreicht. „Unsere gemeinsamen Aktionen leben davon, dass ihr sie mit Leben füllt und das habt ihr mit eurem Interesse und eurem Engagement in diesem Jahr geschafft. Ich freue mich, dass wir im nächsten Jahr daran anknüpfen dürfen“, fand der Bildungsreferent des Volksbundes lobende Worte. Dass er dies gerne wieder mit einer Bildungsreise nach Frankreich oder Südtirol verbinden würde, fand auch unter den Azubis breite Zustimmung.  Stellvertretend für ihre Azubikolleginnen und Kollegen durfte eine kleine Delegation aus der Hauswirtschaft ihre Zertifikate schließlich persönlich entgegennehmen.

 

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