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Meldungen aus dem Landesverband Baden-Württemberg
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Am Kriegsgrab Geschichte verstehen – ein besonderer außerschulischer Lernort

Zu einer ganz besonderen Veranstaltung lud die Arbeitsgruppe SLG am 30.06. in das Kulturzentrum "Altes Kloster" in Bad Saulgau ein.

heike.baumgärtner

Der Erfahrungsbericht zur Studienwoche von Schülerinnen und Schülern der Kreisberufsschule auf der deutschen Kriegsgräberstätte Ysselsteyn in den Niederlanden verdeutlichte, dass außerschulische Lernorte Geschichte lebendig machen und Friedensarbeit somit erlebbar wird. Die Projektpräsentation fand im Rahmen des Kulturschwerpunkts Bildung vom Kulturforum Landkreis Sigmaringen e.V. statt. Wolfgang Schneiderhan, Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., sprach Grußworte.

Die späte Nachricht vom Fund der Gebeine des 25-jährigen Bad-Saulgauers Anton Franz Schmids im Jahr 2019 und seine Einbettung auf der Kriegsgräberstätte in Ysselsteyn gab den Impuls zu einer Buch-Trilogie der Arbeitsgruppe SLG mit 109 ganz persönlichen Geschichten von Saulgauer Bürgerinnen und Bürgern in Kriegszeiten. 

Einen neuen Charakter bekam das Projekt, als die Helene Weber Schule das Thema aufgriff. Aus dem SLG, das für Spuren Lebendig gemacht stand, wurde nun: Sehen Lernen Gedenken. Viele Monate der Ideenfindung, Planung und intensiven Vorbereitung gingen der Fahrt voraus, bis die Schule und die Arbeitsgruppe SLG ein außergewöhnliches Motto für dieses generationsübergreifende Projekt ausgerufen hat: „Friedhof statt Klassenzimmer“! Die erste Bildungsreise mit Schülerinnen und Schüler in die Niederlande fand im April 2025 statt und eine weitere Reise folgte in 2026.

Maria Gelder vom Stadtarchiv Bad Saulgau berichtete als Mitbegründerin und treibende Kraft hinter dem Projekt eindrucksvoll von den Fahrten nach Ysselsteyn. Die Bilder und kurzen Filmsequenzen von der Kriegsgräberstätte verdeutlichten die Dimensionen des Ortes, an dem über 32 000 Kriegstote ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Von Anfang an wurden die Anwesenden auf die Reise mitgenommen und konnten teilhaben an den Erfahrungen, die für der Schülerinnen und Schüler und für die Mitglieder der SLG, die sie begleitet haben, prägend waren.  Wenn Worte manchmal nicht mehr reichten, um die Gefühle auszudrücken und zu verarbeiten, wurde an Kreativtagen künstlerisch gearbeitet und die Werke anlässlich des Vortrages präsentiert. 

Auch für den Volksbund Präsidenten und “Bad Saulgauer” Wolfgang Schneiderhan ist Ysselsteyn zu einem Ort mit persönlichem Bezug geworden. Er hat beide Gruppen in Ysselsteyn zwei Tage lang begleitet.  In seinen Grußworten betonte er, dass jeder seiner Besuche ihm versichert habe, dass der Volksbund mit seiner Arbeit auf dem richtigen Weg ist. In der heutigen Zeit mahnen uns Kriegsgräber, wachsam zu sein und können wegweisend sein.

Ihr Vortrag schließt mit einem Appell an die Anwesenden: Dran bleiben und „leidenschaftlich neugierig“ sein – so auch der Titel des Vortrags. Denn an Erinnerungsorten wie Ysselsteyn entsteht Bildungsarbeit auf vielerlei Weise und aus Erinnerung erwächst Verantwortung für Frieden und Menschlichkeit.

Sie haben am 9. Juli um 19 Uhr nochmals die Gelegenheit, den Vortrag im Alten Kloster in Bad Saulgau zu erleben! 

Weitere Informationen finden sie auf der Homepage der Arbeitsgruppe SLG: Arbeitsgruppe Bad Saulgau

Text: Heike Baumgärtner